Substrat

Am natürlichen Standort wachsen die Pflanzen im natürlich entstandenen Boden. Dieser Boden wird beeinflusst durch geologische Gegebenheiten wie z.B. Karstfelsen, sandigen Böden oder das Vorhandensein großer Moorgebiete. Durch die natürliche Evolution haben sich die Pflanzen an die Bedingungen Ihrer Heimatregion gewöhnt bzw. darauf abgestimmt.

Da ein Austausch des Substrates im Topf kaum möglich ist, sollte insbesondere bei mehrjährigen Pflanzen im Topf auf eine gute bis sehr gute Substratqualität geachtet werden.

Substrate setzen sich zusammen aus unterschiedlichen Bestandteilen in veränderlichen Volumen- bzw. Gewichtsanteilen. Diese Bestandteile hängen von den jeweiligen Ansprüchen der Pflanzen ab und sind z.B. Torferde, Komposterde, Sand, Ton, Lehm, Perlite, Styromull und Vermiculite.


Aufgaben


Durch das Einwachsen der Wurzeln verankert sich die Pflanze im Boden und sorgt damit für die Standfestigkeit im Substrat.


Die Hauptaufgabe jedoch ist das Speichern, Puffern und die Abgabe von Wasser und Nährstoffen sowie die Gewährleistung der Luftzufuhr an die Wurzeln.

Gute Substratmischungen beugen der Auswaschung der Nährstoffe beim Giessen vor. Diese Aufgabe hat der Ton, der gleichzeitig Wasser speichert und eine Vernässung des Substrates vermeidet. Die Wasserdurchlässigkeit wird durch Sand oder andere Zuschlagstoffe, die kein Wasser binden, erreicht. Dies ist wichtig, damit die Wurzeln nicht 'ertrinken' und durch das Abtrocknen gewährleistet ist, dass der Luftzufuhr an die Wurzeln möglich ist.


pH-Wert


Mit dem pH-Wert wird die Wasserstoffionen-Konzentration angegeben um den Säuregrad benennen zu können. Je niedriger der pH-Wert ist, umso saurer ist die Reaktion, da der Anteil an Wasserstoffionen höher ist. Ein Wert von 7 gibt an, das die Reaktion neutral ist. Werte über 8 sind alkalisch.


Kalk ist hier der Gegenspieler. Je mehr Kalk vorhaden ist, umso höher ist der pH-Wert.


Dies hat grosse praktische Bedeutung. Der pH-Wert beeinflusst, welche Nährstoffe an das Substrat gebunden werden (und damit für die Pflanzen nicht mehr zur Verfügung stehen) und ob sich die Wurzeln wohlfühlen oder sogar Schaden nehmen können. Augenfälligstes Merkmal einer zu hohen Kalkanreicherung im Substrat ist die Chorose, d.h. Vergilbung der Blätter. Diese entsteht durch einen Mangel an aufnahmefähigem Eisen und Magnesium und die Blätter werden gelb.


Natürliche Veränderung


Der ursprüngliche pH-Wert des Substrates verändert sich im Laufe der Zeit. Am meisten beeinflussen hierbei der pH-Wert des Gießwassers und des Düngers.


Moorbeetpflanzen wie Azaleen oder Heidelbeeren benötigen einen stark sauer reagierenden 'Wurzelbereich'. Durch das Giessen mit kalkhaltigem Wasser reichert sich der Kalk im Substrat an und langsam aber sicher steigt der pH-Wert. Verschiedene Nährstoffe sind für die Pflanze nicht mehr verfügbar und sie leidet unter Spurenelementemangel. Und genau dies ist das Problem bei den meisten Pflanzenkulturen, die 'künstlich' bewässert werden.


Für diese Moorbeetpflanzen gibt es besondere Dünger die stark sauer reagieren. Sie helfen, den pH-Wert des Substrates trotz kalkhaltigem Giesswasser wieder in Richtung des richtigen pH-Bereich zu drücken. Ausreichende Mengen an kritischen Nährstoffen und Spurenelementen sorgen dafür, dass die Versorgung für die Pflanzen gewährleistet ist.


Den pH-Wert bei kalkliebenden Pflanzen auf diesem Weg zu senken kann die ganze Pflanze umbringen.


Mehr hierzu unter Düngen.


Merke


Die (geringen) Mehrkosten qualitativ hochwertiger Substrate lohnen sich auf jeden Fall, insbesondere wenn Sie botanische Kostbarkeiten pflanzen.


Lesen Sie weiter unter Temperatur.

Tip des Monats

Das warme Wetter läßt unsere Pflanzenschätze regelrecht in die Höhe schießen. Regelmäßiges Wässern und Düngen unterstützt gesundes Wachstum. Michelia alba, Ipomea alba, Clerodendrum phillipinum und Carissa macrocarpa können bereits jetzt mit ihren Blüten begeistern.

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31. März 2016