Düngen

Pflanzen haben nicht nur Durst, sondern auch Hunger. Nährstoffe werden ihnen über Düngergaben zur Verfügung gestellt. Diese werden benötigt, damit sie wachsen können, gesund aussehen, genügend Kraft haben, um zu blühen und zu fruchten. Aber auch damit sie ausreichend Kraft speichern können, um schlechte Zeiten, wie z.B. unsere Winter zu überstehen.


Arten


Zunächst gibt es den organischen und den mineralischen Dünger.


Organische Dünger bestehen aus organischen Stoffen, z.B. aus Horn- oder Knochenmehl, die erst von Bodenorganismen zersetzt werden müssen und dadurch mit entsprechender Verzögerung den Pflanzen zur Verfügung stehen. Durch diesen Zersetzungsprozess kann durchaus auch eine Geruchsbeeinträchtigung ausgehen.


Mineralische Dünger sind meist gut wasserlöslich und werden von den Wurzeln sofort aufgenommen. Diesen gibt es auch als sogenannten Langzeitdünger, der dem Substrat beim Umtopfen beigemischt wird oder oberflächlich in das Substrat eingearbeitet wird. Hier ist der Dünger in kleinen Kügelchen eingeschlossen und die Nährstoffe werden langsam abgegeben.


Daneben kann auch eine Blattdüngung vorgenommen werden. Üblicherweise werden vor allen Dingen Spurenelemente über diesen Weg verabreicht. Hierzu kommt eine stark verdünnte Düngerlösung zum Einsatz, damit die Blätter keinen Schaden nehmen. Diese wird dann auf die Blätter (Ober- und Unterseite) gespritzt. Dies führt man entweder in den frühen Morgenstunden oder bei Sonnenuntergang durch, damit die Wassertropfen auf den Blättern nicht wie kleine Lupen das Sonnenlicht bündeln und dadurch die Blätter schädigen und damit diese Lösung so lange wie möglich nass auf den Blättern verbleibt. Die Blattdüngung ist kein Ersatz für die herkömliche Düngung, jedoch eine wertvolle Ergänzung.


Nährstoffe


Die Angabe der Konzentration der Hauptnährstoffe erfolgt durch die Angabe der Mengenverhältnisse in der Reihenfolge N (Stickstoff) P (Phosphor) K (Kali) und teilweise M (Magnesium). Weitere Bestandteile werden meist in einer Liste aufgeführt. Eine Angabe 10-8-15 bedeutet 10% Sticksoff, 8% Phosphor und 15% Kali.


Stickstoff


Es fördert vor allem das Wachstum der Pflanze und wird daher vor allem zur Blatt- und Triebbildung benötigt. Zuviel Stickstoff führt zu zu schnellem Wachstum und mangelnde Ausreifung der neuen Triebe. Die Pflanze wird anfälliger für Krankheiten und Schädlinge, die Blütenbildung wird gehemmt.


Phosphor


Phosphor fördert die Bildung von Blütenknospen


Kali


Kali reguliert den Wasserhaushalt und wird für die Bildung von Stärke und Zucker benötigt. Es macht die Pflanze widerstandsfähiger gegen Krankheiten.


Magnesium


Magnesium ist wichtig für die Zellen und das Blattgrün.


Spurenelemente


Diese sind für die gesunde Entwicklung der Pflanzen notwendig, z.B. Eisen, Jod, Mangan, Bor und andere. Diese werden nur in sehr geringen Mengen benötigt, sind jedoch für die Entwicklung der Pflanzen von grosser Bedeutung.


Wann


Grundsätzlich sollte regelmässig in kleinen Abständen (z.B. einmal die Woche) schwächer gedüngt werden als weniger oft in hoher Konzentration. Wem dies zu aufwendig ist, kann im Frühjahr auf entsprechenden Langzeitdünger zurückgreifen.


Mit dem Beginn des Austriebes im Frühjahr kann mit der Düngung begonnen werden. Die Konzentration sollte noch nicht sehr hoch sein, da die Pflanzen ja erst aus dem Winterschlaf erwachen. Der Dünger sollte stickstofflastig sein, da Stickstoff für den Massezuwachs benötigt wird. Falls die Pflanze gerade umgetopft worden ist, wird für mindestens einen Monat mit dem Düngen ausgesetzt, da das neue Substrat meist genügend Nährstoffe mitbringt und eine Überdüngung vermieden werden soll.


Die Dünger-Konzentration steigt im Sommer auf das maximum an, wobei der Stickstoffanteil leicht zurückgefahren wird und der Phosphatanteil leicht erhöht wird, damit der Blütenansatz begünstigt wird.


Im Spätsommer/Frühherbst nimmt dann die Konzentration wieder ab und wird kalilastig um die Reifung der Neuen Pflanzenteile bzw. Früchte zu fördern.


In der Ruhezeit (ab der Zeit nach dem Frühherbst)werden kühl überwinterte, laubabwerfende Planzen gar nicht mehr gedüngt. Immergrüne Pflanzen, die warm überwintert werden, werden monatlich sehr schwach gedüngt.


Je nach Pflanzenart wird bereits im August bis Ende September das Düngen eingestellt, damit das neue Holz gut ausreifen kann und im Winter nicht eintrocknet oder gar erfriert.


Wichtig ist noch, nie Pflanzen zu düngen, deren Substrat ausgetrocknet ist. Dies führt zu Wurzelverbrennungen durch eine zu hohe Salzkonzentration und möglicherweise zum Verlust der Pflanze. Falls das Substrat trocken ist, giessen Sie erst normal mit Wasser und lassen sie die Pflanze dieses Wasser aufnehmen. Nach einigen Stunden kann dann die Düngerlösung auf das noch feuchte Substrat gegeben werden.


Sauer macht lustig?


Auch bei manchen Pflanzen trifft dies zu. Durch das regelmässige Giessen mit kalkhaltigem Wasser steigt der pH-Wert des Substrates kontinuierlich an. Je nach Pflanzenart führt dann der Kalkgehalt eher früher als später zu den ersten Problemen bei der Aufnahme verschiedener Nährstoffe, insbesondere verschiedener Spurenelemente wie z.B. Eisen und Magnesium. Dieser Mangel führt dazu, dass zuerst insbesondere die älteren Blätter gelb werden. Nach und nach werden auch die restlichen Blätter gelb. Dieser Chlorose genannte Effekt kann durch das Spritzen von zusätzlichen Spurenelementen fürs erste gebannt werden, jedoch korrigiert sie die Ursache nicht.


Um die Ursache buchstäblich bei den Wurzeln zu packen, muss der pH-Wert des Substrates wieder abgesenkt werden. Dies ist möglich, wenn man sauren Dünger einsetzt, wie z.B. für Heidelbeeren oder Rhododendren/Azaleen verwendet werden. Dann macht Sauer auch Ihre Pflanzen wieder lustig und sie strahlen wieder in herrlichem Grün.


Achten Sie unbedingt darauf, den Einsatz dieser Dünger wohl abgestimmt und in nicht zu hohen Konzentrationen auf einmal einzusetzen. Ein zu hastiges Absenken kann auch hier zu einer Überdüngung und damit irreparablen Schäden der Pflanzen führen.


Achten Sie auch darauf, dass Sie keine kalkliebenden Pflanzen so behandeln!


Vorsicht ist auch geboten beim Einsatz von mineralischen Düngern bei salzempfindlichen Pflanzen. Dies kann die Wurzeln buchstäblich verbrennen. Dadurch kann die Pflanze kein Wasser mehr aufnehmen und vertrocknet.


Viele Pflanzen aus Australien oder Südafrika vertragen Phosphor nicht, wie z.B. Pflanzen aus der Familie der Proteaceen. Hier sollte unbedingt auf die Zusammensetzung des Düngers geachtet werden.


Die Verwendung von sauren Düngern bei gleichzeitigem Giessen mit (leider) zu kalkhaltigem Wasser wird bei Happy-Flora seit mehreren Jahren erfolgreich eingesetzt. Chlorose gehört spätestens dann der Vergangenheit an, wenn gelegentlich auch mal die Pflanzen mit einer Extragabe Spurenelemente verwöhnt werden.


Lesen Sie weiter unter Substrat.

Tip des Monats

Trotz der Vorbereitungen zum Weihnachtsfest und dem Jahreswechsel sollten unsere Pflanzenschätze nicht ganz vernachlässigt werden.

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31. März 2016